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Amazonit – Stein des Monats August 2026

Der August ist der Monat der Reife. Die Natur trägt ihre Ernte stolz zur Schau und lädt uns ein, von ihrer Fülle zu kosten. Es ist die Zeit des Ausruhens und Genießens, des Innehaltens und der Besinnung, aber auch des Feierns und des gemeinsamen Erlebens. Der August schenkt uns die Gelegenheit, die Schönheit des Lebens und den Sommer in seiner vollen Pracht zu genießen, bevor der Herbst beginnt.

Der ausgleichende Amazonit unterstützt uns in dieser Zeit dabei, Verstand und Intuition in Einklang zu bringen und so Probleme konstruktiv zu lösen. Das Vertrauen in unsere Kenntnisse und Fähigkeiten wird gestärkt, sodass wir Widersprüche und Konflikte klar erkennen und diese dann auflösen können. Die Kontrolle über unser Leben wird durch den Amazonit erleichtert, Widersprüche und Konflikte durch die Verbesserung der Intuition gemindert. So kann eine passive, annehmende Haltung überwunden werden.

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Mineralogischer Steckbrief Amazonit

Chemische Formel: K(AlSi3O8)

Mineralklasse: Gerüstsilikat, Feldspatfamilie

Entstehung: entsteht magmatisch in Pegmatiten, findet sich durch die Metamorphose solcher Pegmatite aber auch in kristallinen Schiefern.

Farbe: grün, bläulichgrün, türkisfarben; Details siehe unten

Glanz: Perlmuttglanz, Glasglanz

Kristallsystem: triklin

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Mohshärte: 6 bis 6,5

Spaltbarkeit: vollkommene Spaltbarkeit, unebener Bruch

Erscheinungsbild: säulige, auch dicktafelige Kristalle, häufige Zwillingsbildung, Kristalle aus Klüften oft flächenreich, sonst als derbe, z.T. recht große Spaltstücke in spätigen und körnigen Aggregaten

Vorkommen, Hauptlieferländer: China, Brasilien (in den Pegmatiten von Minas Gerais), Peru, Indien, Namibia, Madagaskar, Russland (kräftig grüne Steine von der Kola-Halbinsel; leider nur noch sehr schwer erhältlich), USA (Morefield Mine in Amelia County, Virginia sowie berühmte Fundpunkte in Colorado). 

Verfügbarkeit: Die Anzahl der Abbaustellen ist zahlenmäßig gering und nicht mit anderen Steinen zu vergleichen. Meist sind diese auch nur sehr eingeschränkt zugänglich.

Verwendung: Als Schmuck- und Edelstein im Handel; schon in der Jungsteinzeit und im alten Ägypten wurde Amazonit als Schmuckstein verwendet

 

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Herkunft des Namens Amazonit und Synonyme

Die Herkunft des Namens Amazonit ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt zwei mögliche Erklärungen: Der Name könnte entweder vom Fluss Amazonas oder vom sagenumwobenen Volk der Amazonen abgeleitet sein.

Bereits im Alten Ägypten wurde Amazonit zu Schmuckstücken und Amuletten verarbeitet. Später brachten Wissenschaftler den Namen mit dem Amazonas in Verbindung – obwohl dort bis heute keine Amazonit-Vorkommen bekannt sind.

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Der Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769–1859) berichtete von einem indigenen Volk am Rio Negro, der grüne Amulette trug. Diese sollten der Überlieferung nach aus einem Land stammen, in dem Frauen ohne Männer lebten – dem Land der Amazonen.

Der grüne Stein, den Humboldt aus Südamerika mitbrachte, war jedoch kein Amazonit, sondern Nephrit. Dennoch wurden später verschiedene grüne Steine als Amazonasstein, Amazonenstein oder Amazonit bezeichnet.

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Heute versteht man unter Amazonit eine grüne bis blaugrüne Varietät des Feldspatminerals Mikroklin. Seine charakteristische Farbe entsteht durch geringe Mengen Blei im Kristallgitter.

Gebräuchliche Synonyme für Amazonit sind Amazonasstein, Amazonenstein (Amazon stone) sowie Krimspat. In mineralogischen Datenbanken wird Amazonit außerdem als grüner Feldspat oder blaugrüner Mikroklin geführt.

Irreführend und mineralogisch falsch sind die Handelsnamen Amazonas-Jade und Colorado-Jade, da Amazonit nicht zur Jade gehört.

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Historische Verwendung von Amazonit

Amazonit gehört zu den Schmucksteinen, die bereits seit sehr langer Zeit von Menschen genutzt und geschätzt werden. Schon in der Jungsteinzeit wurde Amazonit zu Perlen, kleinen Schmuckobjekten und Ziergegenständen verarbeitet. Seine auffällige grünliche bis blaugrüne Farbe machte ihn früh zu einem beliebten Stein für Schmuck und symbolische Objekte.

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Eine besondere Rolle spielte Amazonit im Alten Ägypten. Im Wadi Sikait und anderen Regionen der östlichen Wüste wurde bereits vor über 5.000 Jahren Amazonit gewonnen und als als Schmuckstein, Amulettstein und Dekorationsmaterial verwendet. Aus Amazonit fertigte man Perlen, Anhänger, Einlegearbeiten und kunstvolle Intarsien. Amulette aus Amazonit galten als wertvolle Schutz- und Schmuckobjekte. Amazonit wurde auch in der berühmten Totenmaske des Pharaos Tutanchamun verarbeitet – zusammen mit anderen Materialien wie Lapislazuli, Carneol und Türkis.

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Auch außerhalb Ägyptens wurde Amazonit geschätzt. In Königsgräbern Mesopotamiens wurden Perlen und Schmuckstücke aus Amazonit gefunden. Ebenso ist Amazonit aus präkolumbischen Schmuck- und Kultgegenständen des Tumaco-Tolita-Kultur (ca. 300 – 500 n. Chr.) aus Mittel- und Südamerika bekannt. 

Diese Funde zeigen, dass der Stein in unterschiedlichen Kulturen nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern vermutlich auch wegen seiner symbolischen Bedeutung eine wichtige Rolle spielte.

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Die Farbe des Amazonits – Entstehung und Farbvarianten

Amazonit zählt zu den farblich attraktivsten Schmucksteinen der Feldspatgruppe. Seine Farbpalette reicht von zartem Blaugrün über kräftiges Türkis bis hin zu intensivem Grasgrün. Manche Exemplare zeigen eine nahezu einfarbige Oberfläche, andere besitzen die für Amazonit typischen hellen weißen Streifen und Adern, die den Stein durchziehen. Diese entstehen durch feine Entmischungen verschiedener Feldspäte und werden als Perthitschnüre bezeichnet.

Besonders bekannt sind die klassischen Amazonite aus Russland, deren kräftige blaugrüne Farbe und markante weiße Perthitschnüre seit vielen Jahrzehnten als Qualitätsmerkmal gelten. Je nach Fundort können Amazonite jedoch deutlich unterschiedlich aussehen – von gleichmäßig gefärbten Steinen bis hin zu stark gemusterten Exemplaren.

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Woher kommt die Farbe des Amazonits?

Die Ursache der außergewöhnlichen Farbe beschäftigte Mineralogen über viele Jahrzehnte. Lange Zeit nahm man an, dass Kupfer für die grüne bis blaugrüne Färbung verantwortlich sei. Diese Annahme gilt heute jedoch als widerlegt.

Nach heutigem Forschungsstand entsteht die Farbe durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die wichtigste Rolle spielt Blei, das in geringen Mengen in das Kristallgitter des Mikroklins eingebaut ist. Ebenso tragen Wassermoleküle im Kristall sowie die über geologische Zeiträume einwirkende natürliche radioaktive Erdstrahlung zur Farbentwicklung bei.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass weitere Spurenelemente wie Rubidium, Thallium und möglicherweise auch zweiwertiges Eisen (Fe²⁺) Einfluss auf Farbton und Farbintensität haben können. Die charakteristische Farbe des Amazonits ist daher nicht auf einen einzelnen Stoff zurückzuführen, sondern entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer chemischer und physikalischer Prozesse.

Farbvielfalt des Amazonits

Je nach chemischer Zusammensetzung und Herkunft variiert die Farbe des Amazonits erheblich. Das Spektrum reicht von:

  • blassem Mint- und Blaugrün,
  • intensivem Türkis,
  • kräftigem Blaugrün,
  • bis zu sattem Grasgrün.

Besonders begehrt sind Steine mit einer kräftigen, gleichmäßigen Türkis- oder Blaugrünfärbung und einem schönen Kontrast zu den weißen Perthitschnüren. Da die chemischen Bedingungen bei der Entstehung jedes Kristalls unterschiedlich sind, besitzt jeder Amazonit seine eigene Farbgebung und Zeichnung – jedes Stück ist somit ein Unikat der Natur.

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Amazonit als Schmuckstein – Verarbeitung und Pflege

Amazonit ist ein beliebter Schmuckstein, stellt Edelsteinschleifer jedoch vor einige Herausforderungen. Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 ist er zwar ausreichend hart für den täglichen Gebrauch, besitzt aber – wie alle Feldspäte – eine deutliche Spaltbarkeit. Dadurch kann der Stein bei starken Schlägen oder unsachgemäßer Bearbeitung entlang natürlicher Spaltflächen brechen.

Aus diesem Grund erfordert das Schleifen und Polieren viel Erfahrung. Besonders bei filigranen Formen oder dünnen Anhängern ist sorgfältiges Arbeiten erforderlich, um Abplatzungen zu vermeiden. Hochwertige Amazonite werden deshalb häufig als Cabochons, Perlen oder massivere Anhänger verarbeitet, bei denen die natürliche Schönheit des Steins optimal zur Geltung kommt.

Der Amazonit begeistert mit seinen einzigartigen blaugrünen Farbtönen und seiner natürlichen Maserung. Damit Schmuck mit Amazonit seine Schönheit über viele Jahre bewahrt, empfiehlt sich eine schonende Pflege. Im Gegensatz zu vielen anderen Edelsteinen reagiert Amazonit empfindlich auf Chemikalien und starke Temperaturschwankungen.

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Darf Amazonit-Schmuck in ein Silbertauchbad?

Nein. Schmuck mit einem gefassten Amazonit sollte nicht in ein Silbertauchbad gelegt werden. Die enthaltenen Reinigungschemikalien können die Oberfläche des Edelsteins angreifen, seinen natürlichen Glanz beeinträchtigen oder im ungünstigen Fall zu Verfärbungen führen.

Ist lediglich das Silber angelaufen, sollte es stattdessen vorsichtig mit einem speziellen Silberputztuch gereinigt werden. Dabei wird ausschließlich das Metall poliert, während der Amazonit geschont wird.

Die richtige Reinigung von Amazonit

Zur Reinigung genügt meist:

  • lauwarmes Wasser
  • eine milde Seifenlösung
  • ein weiches Tuch oder eine sehr weiche Bürste

Anschließend sollte der Schmuck gründlich mit klarem Wasser abgespült und sofort sorgfältig getrocknet werden.

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Amazonit-Produkte für Händler

Was Amazonit nicht verträgt

Damit der Edelstein lange seine natürliche Farbe behält, sollte er vor folgenden Einflüssen geschützt werden:

  • Silbertauchbäder und aggressive Silberreiniger
  • Säuren und starke Reinigungsmittel
  • Parfüm, Haarspray und Kosmetika
  • Chlor- oder Salzwasser
  • starke Hitze und schnelle Temperaturwechsel
  • längere direkte Sonneneinstrahlung, die die Farbe mit der Zeit verblassen lassen kann

Schmuck richtig aufbewahren

Amazonit besitzt eine Mohshärte von etwa 6 bis 6,5. Er ist damit zwar alltagstauglich, kann jedoch durch härtere Edelsteine wie Quarz, Topas oder Diamant verkratzt werden. Deshalb sollte Amazonit-Schmuck möglichst einzeln in einem Schmuckbeutel oder einer weich ausgekleideten Schmuckschatulle aufbewahrt werden.

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Anwendung von Amazonit in Technik und Industrie

Amazonit spielt in Technik und Industrie nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund seiner attraktiven Farbe und seines vergleichsweise hohen Wertes wird er fast ausschließlich als Schmuck- und Dekorationsstein verwendet.

Eine Ausnahme bildet Amazonit-Granit, ein Naturstein mit amazonitführendem Feldspat aus Chittor (Rajasthan). Besonders bekannt ist der indische Amazonit-Granit „Monsun“, der im hochwertigen Innenausbau für Wandverkleidungen, Bodenbeläge, Arbeitsplatten oder exklusive Möbeloberflächen eingesetzt wird. 

Für technische Anwendungen eignet sich Amazonit dagegen kaum. Zwar gehört er mineralogisch zur Feldspatgruppe, deren Mitglieder wichtige Rohstoffe für die Glas-, Keramik- und Porzellanindustrie sind. Amazonit selbst ist jedoch aufgrund seiner Seltenheit, seiner dekorativen Qualität und seines höheren Marktwertes wirtschaftlich zu wertvoll, um als Industriemineral genutzt zu werden.

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Anwendung von Amazonit in der Steinheilkunde

In der Steinheilkunde gilt Amazonit als Stein der Harmonie und Ausgeglichenheit. Sein Thema ist Beruhigung und Entspannung, er gleicht energetische Schwankungen aus und hilft dabei, innere Blockaden zu lösen. Dadurch fördert er eine positive Grundhaltung und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Amazonit unterstützt die Intuition und bringt Verstand und Gefühl, Kopf und Herz in Einklang. Er hilft dabei, Widersprüche und innere Konflikte besser zu erkennen und zu lösen. Gleichzeitig stärkt er die Eigenverantwortung und erleichtert es, eine aktive und selbstbestimmte Haltung einzunehmen.

Energetisch schützt Amazonit die Aura und stabilisiert den Ätherkörper. Besonders wirkungsvoll wird er als Anhänger, Halskette oder Armband direkt am Körper getragen. Auch für Meditationen und Massageanwendungen wird Amazonit gerne verwendet. Da Massagegriffel oder Kugeln aus Amazonit nur selten erhältlich sind, eignen sich größere, glatt geschliffene Trommelsteine als gute Alternative.

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Vorsicht: Amazonit als Wasserstein

Amazonit enthält geringe Mengen Blei und ist deshalb nur eingeschränkt als Wasserstein geeignet.

Eine Untersuchung des Instituts für Edelsteinprüfung (EPI) unter der Leitung von Dipl.-Mineraloge Bernhard Bruder aus dem Jahr 2021 zeigte, dass Amazonit unter bestimmten Bedingungen messbare Mengen an Bleionen abgeben kann. In dem Versuch, der das Verschlucken eines Steins beziehungsweise den Kontakt mit einer leicht sauren Flüssigkeit simulierte, wurden die Grenzwerte der europäischen Norm DIN EN 71-3 für die Freisetzung von Blei deutlich überschritten.

Details zur Untersuchung

Aus diesem Grund empfehlen wir dringend, Amazonit nicht direkt in Trinkwasser einzulegen. Wer Edelsteinwasser mit Amazonit herstellen möchte, sollte stattdessen die Reagenzglas-Methode oder das indirekte Einleiten mit Kristallen verwenden. Dabei kommt der Stein nicht unmittelbar mit dem Wasser in Berührung, sodass kein Risiko einer Bleiabgabe besteht.

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Chakren- und astrologische Zuordnung von Amazonit

In der Steinheilkunde wird Amazonit vor allem dem Herzchakra zugeordnet. Er fördert innere Harmonie, Mitgefühl und emotionale Ausgeglichenheit. Teilweise wird er auch mit dem Halschakra in Verbindung gebracht, da er einen klaren und überlegten Ausdruck der eigenen Gedanken und Gefühle unterstützen soll.

Astrologisch wird Amazonit insbesondere den Sternzeichen Krebs und Jungfrau zugeordnet. Er soll Krebsen dabei helfen, emotionale Balance zu finden, während er Jungfrauen Gelassenheit und Vertrauen in die eigene Intuition schenken kann.

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Stephan Bergmann und Frank Girulat beschreiben in ihrem Kartenset „Steinwesen im Medizinrad“ (Verlag Neue Erde) das Wesen des Amazonits als sanft, freundlich und ausgleichend. Der Stein unterstützt dabei, sich den eigenen Lebensthemen bewusst zuzuwenden, notwendige Schritte mit Klarheit zu gehen und sich dabei achtsam und überlegt auszudrücken.

Sein Leitsatz lautet: „Mit innerem Lachen wende ich mich meiner eigenen Essenz zu.“

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Entstehung von Amazonit

Amazonit entsteht primär durch magmatische Prozesse tief im Erdinneren und bildet sich als grüne bis blaugrüne Varietät des Feldspatminerals Mikroklin (Kalifeldspat).

Pegmatit-Bildung

Amazonit entsteht fast ausschließlich in Granit-Pegmatiten. Dabei handelt es sich um besonders grobkörnige magmatische Gesteine, die sich aus den letzten, wasser- und gasreichen Restschmelzen eines langsam abkühlenden Magmas bilden. Diese Restschmelzen sind reich an Elementen wie Kalium, Silizium und Aluminium sowie an seltenen Spurenelementen, die für das Wachstum großer Kristalle entscheidend sind.

Kristallisation

Die Bildung des Amazonits erfolgt in mehreren Kilometern Tiefe unter hohem Druck und bei einer sehr langsamen Abkühlung. Dadurch haben die Kristalle ausreichend Zeit, um zu großen, gut ausgebildeten Exemplaren heranzuwachsen. Pegmatite gehören deshalb zu den Gesteinen, in denen sich einige der größten und schönsten Mineralkristalle der Erde bilden.

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Die Entstehung der Farbe

Seine charakteristische grünliche bis intensiv türkisblaue Farbe erhält Amazonit erst nach der eigentlichen Kristallbildung. Verantwortlich dafür sind geringe Mengen Blei, die im Kristallgitter einzelne Kalium-Atome ersetzen. Zusammen mit Spuren von Wasser beeinflussen sie die Lichtabsorption des Minerals und schaffen die Voraussetzung für die typische Färbung.

Damit sich die Farbe vollständig entwickelt, ist zusätzlich eine schwache natürliche Radioaktivität aus dem umgebenden Gestein erforderlich. Über geologische Zeiträume werden die Bleizentren durch diese natürliche Strahlung aktiviert, wodurch sich die charakteristische blaugrüne Farbe des Amazonits ausbildet.

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Ist Amazonit radioaktiv?

Obwohl für die Entstehung seiner charakteristischen Farbe eine schwache natürliche Radioaktivität während der geologischen Bildung erforderlich ist, ist Amazonit als Schmuckstein nicht radioaktiv und kann bedenkenlos getragen werden. Vorsicht ist lediglich bei der Verwendung als Wasserstein geboten, da Amazonit geringe Mengen Blei enthält, die unter bestimmten Bedingungen freigesetzt werden können.

Begleitminerale

Amazonit kommt häufig gemeinsam mit Quarz, Rauchquarz, Albit, Orthoklas, Topas, Fluorit, Turmalin, Lepidolith und Beryll vor. Diese Mineralgesellschaften sind typisch für Pegmatite und machen viele Fundstücke auch für Mineraliensammler besonders attraktiv.

Da Amazonit nur unter ganz bestimmten geologischen Bedingungen entsteht, sind hochwertige Vorkommen weltweit vergleichsweise selten. Besonders intensiv gefärbte Kristalle mit kräftigem Türkisgrün zählen zu den begehrtesten Schmucksteinen der Feldspatgruppe.

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Weltweite Amazonit-Fundorte

Amazonit kommt auf nahezu allen Kontinenten vor. Bedeutende Vorkommen gibt es unter anderem in Brasilien, Madagaskar, Russland, Namibia, Indien, China, den USA und Mosambik. Daneben existieren zahlreiche weitere Fundstellen, die jedoch oft nur kleinräumig sind oder lediglich geringe Mengen des Minerals hervorbringen.

Nur wenige Lagerstätten eignen sich für einen wirtschaftlichen Abbau. In vielen Regionen wird Amazonit lediglich als Begleitmineral gefunden oder in kleinen Mengen von Sammlern geborgen. Hochwertige Kristalle und Schmucksteine stammen daher nur aus vergleichsweise wenigen Fundorten. Die Herkunft kann sich deutlich auf Farbe, Struktur und Qualität des Materials auswirken. Besonders bekannte Fundstellen wie die Morefield Mine in den USA oder die Pegmatite des Ilmengebirges in Russland genießen deshalb unter Sammlern und im Edelsteinhandel einen ausgezeichneten Ruf.

Russland – der klassische Amazonit

Die bekanntesten Amazonite stammen aus dem Ilmengebirge im südlichen Ural. Von dort gelangten bereits im 18. und 19. Jahrhundert die ersten hochwertigen Steine nach Europa. Charakteristisch sind ihre kräftige blaugrüne Farbe und die markanten weißen Perthitschnüre, die bis heute als Qualitätsmerkmal gelten.

Xinjiang (China) - beeindruckend intensiv

Amazonit aus der chinesischen Provinz Xinjiang (Xing-Jiang) zählt zu den hochwertigen Schmuck- und Sammleramazoniten. Aufgrund ihrer kräftigen türkisgrünen Farbe werden die chinesischen Amazonite mit hochwertigen russischen Amazoniten verglichen, besitzen jedoch oft eine gleichmäßigere Farbverteilung und weniger ausgeprägte weiße Perthitschnüre. Dies macht sie besonders attraktiv für die Schmuckherstellung.

Madagaskar – moderne Fundregion

Madagaskar hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutenden Lieferanten entwickelt. Die dortigen Amazonite zeichnen sich häufig durch eine sehr helle türkisgrüne Farbe und große, gut schleifbare Rohsteine aus.

Mosambik – kräftiges Blaugrün

Mosambik liefert hochwertige Amazonite mit intensiven Farben und teilweise außergewöhnlicher Transparenz. Sie werden zunehmend für exklusive Schmuckstücke verwendet.

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Namibia – seltene Sammlerstufen

In Namibia wird Amazonit oft zusammen mit Rauchquarz, Albit und Fluorit gefunden. Besonders Sammler schätzen die ästhetischen Kristallstufen aus diesen Lagerstätten.

Colorado (USA) – die größten Kristalle

Die Pegmatite rund um Pikes Peak in Colorado sind weltberühmt. Dort wurden Amazonit-Kristalle von über 30 Zentimetern Kantenlänge gefunden. Häufig wachsen sie zusammen mit Rauchquarz und bilden spektakuläre Mineralstufen, die auf Mineralienbörsen Spitzenpreise erzielen.

Brasilien – intensive Farben

Brasilien gehört heute zu den wichtigsten Lieferanten für Amazonit für die Schmuckherstellung. Besonders aus den Bundesstaaten Minas Gerais und Bahia stammen Steine mit intensivem Türkisgrün und vergleichsweise gleichmäßiger Farbe, die sich hervorragend für Anhänger und andere Schmuckstücke eignen.

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Der klassische Amazonit aus Russland

Obwohl Amazonit heute in vielen Ländern der Welt abgebaut wird, gilt der russische Amazonit unter Sammlern und Kennern nach wie vor als Maßstab für Qualität. Besonders geschätzt werden seine kräftige blaugrüne Farbe und die charakteristischen weißen Perthitschnüre, die durch feine Entmischungen verschiedener Feldspäte entstehen.

Die bekanntesten Vorkommen liegen im Keivy-Massiv auf der Kola-Halbinsel in der russischen Region Murmansk. Die Lagerstätten sind reich an Amazonit und gehören zu den bedeutendsten der Welt. Das abgelegene Gebiet wurde erst in den 1930er-Jahren systematisch erkundet und erschlossen.

Der Abbau stellt bis heute eine große Herausforderung dar. Die Fundorte liegen nördlich des Polarkreises, wo lange Winter, tiefe Temperaturen und eine nur wenig ausgebaute Infrastruktur den Transport erschweren. In den Wintermonaten sind Temperaturen von unter −30 °C, vereinzelt sogar bis −40 °C, keine Seltenheit. Nach der Schneeschmelze müssen Straßen und Verkehrswege häufig instand gesetzt werden, bevor die abgelegenen Lagerstätten wieder erreichbar sind. Die raue Natur und die geringe Infrastruktur machen den Abbau des russischen Amazonits bis heute zu einer logistischen Herausforderung..

Diese schwierigen Bedingungen tragen dazu bei, dass hochwertiger Amazonit von der Kola-Halbinsel bis heute als besonders begehrt gilt. Seine intensive Farbe und die markanten weißen Zeichnungen machen ihn zum klassischen Vorbild für Amazonit aus aller Welt.

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Amazonit aus der Oberlausitz, Österreich und Frankreich

Auch in Deutschland wurde Amazonit gefunden, unter anderem im Raum Arnsdorf-Hilbersdorf bei Vierkirchen im Landkreis Görlitz. Das Mineral tritt dort in pegmatitischen Gesteinen gemeinsam mit anderen Feldspäten, Quarz, Rauchquarz und Glimmer auf.

Amazonit aus der Oberlausitz ist eine mineralogische Rarität. Die Vorkommen sind klein und werden nicht kommerziell für die Schmuckherstellung abgebaut. Fundstücke sind daher vor allem für Mineraliensammler und als regionale Belegexemplare interessant. Ihr besonderer Wert liegt weniger in großen Mengen oder gleichmäßiger Schmucksteinqualität als vielmehr in ihrer seltenen deutschen Herkunft. 

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Amazonit kommt auch in Österreich vor, allerdings nur an wenigen Fundstellen. Die bekanntesten Vorkommen liegen bei Pack in der Steiermark sowie am Gradischkogel in Kärnten. Die Amazonit-Kristalle treten dort in granitischen Pegmatiten gemeinsam mit Bergkristall, Rauchquarz, Beryll, Turmalin und weiteren Mineralen auf. Die Fundstellen stehen heute teilweise unter Schutz und werden nicht kommerziell abgebaut.

Auch auf Korsika gibt es Amazonit-Vorkommen. Sie befinden sich vor allem in den granitischen Gebieten der Insel, wo der Amazonit in Pegmatiten zusammen mit Quarz und anderen Feldspäten vorkommt. Die Fundstellen sind klein und liefern nur geringe Mengen. Ein wirtschaftlicher Abbau findet nicht statt.

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Mineralogische Verwandte des Amazonits

Amazonit ist keine eigenständige Mineralart, sondern die grüne bis blaugrüne Varietät des Minerals Mikroklin. Mikroklin gehört zur großen Gruppe der Feldspäte, die mit rund 60 Prozent den größten Anteil der Erdkruste ausmachen.

Mikroklin und Kalifeldspäte

Die nächsten Verwandten des Amazonits sind die anderen Varietäten des Mikroklins. Je nach Farbe werden sie unterschiedlich bezeichnet:

  • Mikroklin – farblos, weiß, cremefarben oder rosafarben
  • Amazonit – grüne bis blaugrüne Varietät des Mikroklins

Mikroklin gehört zusammen mit Orthoklas und Sanidin zu den Kalifeldspäten. Diese Minerale besitzen nahezu die gleiche chemische Zusammensetzung, unterscheiden sich jedoch in ihrer Kristallstruktur und ihrer Entstehung.

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Weitere Feldspäte

Zur Feldspatgruppe gehören außerdem die Plagioklase, deren chemische Zusammensetzung zwischen Natrium und Calcium variiert. Bekannte Vertreter sind Albit, Oligoklas, Andesin, Labradorit, Bytownit und Anorthit.

Besonders Labradorit, Sonnenstein und Mondstein sind – wie Amazonit – beliebte Schmucksteine aus der Feldspatgruppe.

Obwohl diese Mineralien zur gleichen Mineralgruppe gehören, unterscheiden sie sich deutlich in Farbe, optischen Effekten und chemischer Zusammensetzung. Amazonit ist innerhalb der Feldspäte vor allem durch seine charakteristische türkis- bis blaugrüne Farbe und zumindest beim russischen Amazonit die häufig vorkommenden weißen Perthitschnüre unverwechselbar.

Mehr Infos über Feldspat

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Verwechslungen von Amazonit mit anderen Mineralien und Edelsteinen

Aufgrund seiner blaugrünen bis türkisgrünen Farbe wird Amazonit häufig mit anderen Schmucksteinen verwechselt. Eine eindeutige Bestimmung ist meist erst anhand der mineralogischen Eigenschaften möglich.

Amazonit und Türkis

Am häufigsten wird Amazonit mit Türkis verwechselt. Beide Steine besitzen ähnliche Blau- und Grüntöne. Türkis ist jedoch ein Phosphatmineral und zeigt meist eine feinporige Struktur sowie häufig dunkle Adern (Matrix). Amazonit gehört dagegen zur Feldspatgruppe und besitzt oft die charakteristischen weißen Perthitschnüre.

Amazonit und Chrysokoll

Auch Chrysokoll weist intensive türkisblaue bis grüne Farben auf. Im Gegensatz zu Amazonit ist Chrysokoll meist weicher, oft matt und zeigt häufig eine unregelmäßige, wolkige Struktur.

Amazonit und Larimar

Hochwertiger Amazonit wird gelegentlich mit Larimar verwechselt. Larimar besitzt jedoch meist ein helleres Himmelblau mit weißen, wolkenartigen Mustern und gehört zur Mineralgruppe der Pektolithe. Amazonit wirkt häufig grüner und zeigt gerade, feldspattypische Zeichnungen.

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Amazonit und Jade

Die Handelsbezeichnungen „Amazonas-Jade“ oder „Colorado-Jade“ sind mineralogisch falsch. Amazonit gehört nicht zur Jadegruppe und besteht weder aus Jadeit noch aus Nephrit. Trotz ähnlicher Grüntöne unterscheiden sich diese Minerale deutlich in Zusammensetzung, Struktur und Eigenschaften.

Amazonit und Aventurin

Grüner Aventurin kann Amazonit auf den ersten Blick ähneln. Aventurin ist jedoch ein Quarz mit feinen Glimmer- oder Fuchsit-Einschlüssen, die einen charakteristischen Glitzereffekt (Aventureszenz) erzeugen. Amazonit besitzt dagegen keinen Glitzereffekt, sondern häufig weiße Feldspatadern.

Amazonit und Chrysopras

Auch Chrysopras, eine grüne Varietät des Chalcedons, wird gelegentlich mit Amazonit verwechselt. Chrysopras zeigt meist eine gleichmäßig apfelgrüne Farbe und wirkt oft leicht durchscheinend. Amazonit erscheint dagegen eher blaugrün und besitzt häufig eine wolkige oder gestreifte Zeichnung.

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