
Stein des Monats September 2026: Pinolith aus Österreich
Der September ist ein Monat der Ernte, nicht nur in der Natur, sondern auch in uns selbst. Es ist die Zeit, in der wir die Früchte des Jahres einsammeln, unsere Arbeit und unsere Bemühungen der vergangenen Monate sichtbar werden. Es ist auch der Moment, in dem die Natur uns dazu einlädt, uns auf das Wesentliche zu besinnen, langsamer zu werden und zu reflektieren.
Pinolith vermittelt uns Geduld und Ausgeglichenheit, bringt aber auch Kraft und Energie. Geduldig und gelassen können wir unsere Vorhaben umsetzen, fortsetzen und erfolgreich zu Ende bringen. Hierbei stärkt Pinolith unsere Achtsamkeit und Klarheit, so dass wir zielstrebiger handeln können. Überkommene Dinge und Vorstellungen können losgelassen werden, der gesunde Menschenverstand und eine pragmatische Sichtweise werden gestärkt.
Mineralogischer Steckbrief Pinolith
Es besteht hauptsächlich aus:
- Magnesit (MgCO₃) – Mineralklasse: Carbonate und Nitrate
- Dolomit (CaMg(CO₃)₂) – Mineralklasse: Carbonate und Nitrate
- Graphit (C) – Mineralklasse: Elemente


Fundorte von Pinolith und Hauptlieferländer
Lange Zeit galt Pinolith als geologische Besonderheit Österreichs. Über rund 150 Jahre war man davon überzeugt, dass das Gestein ausschließlich in der Lagerstätte in der Steiermark vorkommt.

Erst im Jahr 2018 entdeckten Goldsucher in den Bergen von British Columbia (Kanada) zufällig ein weiteres Vorkommen. Zwar war die Gesteinsformation bereits Mitte der 1990er Jahre in einem geologischen Bergbaubericht erwähnt worden, doch geriet sie anschließend in Vergessenheit.
Der kanadische Pinolith unterscheidet sich geringfügig von seinem österreichischen Pendant: Neben Magnesit, Dolomit und Graphit enthält er auch Spuren weiterer Minerale wie Quarz, Titanit, Zirkon, Apatit und möglicherweise Muskovit. Radiometrische Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich das Gestein vor etwa 500 Millionen Jahren gebildet hat.

Pinolith - Namensherkunft und Synonyme
Der Name Pinolith beschreibt das charakteristische Aussehen des Gesteins. Die großen weißen Magnesitkristalle heben sich deutlich von der dunkelgrauen bis schwarzen Matrix aus Dolomit und Graphit ab und erinnern an Pinienkerne (Pinoli). Der Name setzt sich aus dem lateinischen pinus („Pinie“) und dem griechischen lithos („Stein“) zusammen und bedeutet somit „Pinienstein“.
Im deutschsprachigen Raum ist Pinolith auch unter den Bezeichnungen Eisblumenstein und Eisblumenmagnesit bekannt. Diese Namen beziehen sich auf die blüten- oder frostblumenähnlichen Muster, die durch das Wachstum der hellen Magnesitkristalle in der dunklen Gesteinsmatrix entstehen. Besonders bei polierten Stücken erinnert diese Struktur an die filigranen Eisblumen, die sich im Winter auf Fensterscheiben bilden.

Gelegentlich findet sich auch die Schreibweise Pinolit oder Pinolite. Dabei handelt es sich lediglich um alternative Schreibweisen desselben Gesteins, nicht um unterschiedliche Materialien.
Märbelstein ist ein historischer österreichischer Name für Pinolith. „Märbel“ ist eine alte mundartliche Bezeichnung für Marmor. Aufgrund seines dekorativen schwarz-weißen Musters wurde Pinolith bereits seit dem 17. Jahrhundert als Zier- und Dekorstein verwendet und als Märbelstein gehandelt. Erst später setzte sich der heute gebräuchliche Name Pinolith durch, der sich auf die pinienkernförmigen Magnesitkristalle bezieht.

Historische Verwendung von Pinolith als Dekorstein
Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde Pinolith aus der Lagerstätte Sunk in der Steiermark als hochwertiger Naturstein unter dem Namen „Märbelstein“ geschätzt. Sein auffälliges schwarz-weißes Muster machte ihn zu einem begehrten Material für sakrale und repräsentative Bauwerke.
Zu den bedeutendsten historischen Verwendungen gehören:
- Zwei massive Pfeiler des Hochaltars im Stephansdom in Wien wurden 1641 aus Pinolith gefertigt.
- Michaelerkirche in Wien: Der Sarkophag und Säulen des Grabmals von Graf Johann Baptist Verda von Verdenberg bestehen aus Pinolith.
- Stiftskirche Admont: Fenster- und Türgewände sowie zahlreiche architektonische Elemente wurden aus dem damals als „Pineolenstein“ bezeichneten Pinolith hergestellt. Historische Quellen sprechen von über 1.100 Fenster- und Türstöcken aus diesem Material.
- Weitere Beispiele finden sich in der Stadtpfarrkirche St. Nikolai in Rottenmann, der Kirche St. Lorenzen im Paltental und der Bergkirche Hohentauern.
Neben der Architektur wurde Pinolith auch für dekorative Gebrauchs- und Kunstgegenstände verarbeitet. Aus dem gut polierbaren Gestein entstanden unter anderem Vasen, Schalen, Aschenbecher, Standuhren, Skulpturen und sakrale Kunstgegenstände. Die Beliebtheit des Pinolits für dekorative polierte Objekte wie Kugeln und Freeforms hat sich bis heute erhalten.

Pinolith im 20. Jahrhundert
Während des 20. Jahrhunderts wurde die Magnesitlagerstätte bei Sunk in der Steiermark intensiv bergbaulich genutzt. Der Abbau begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wurde – mit Unterbrechungen – bis 1991 fortgeführt. Während des Zweiten Weltkriegs war Magnesit als Rohstoff für die Herstellung feuerfester Materialien von großer wirtschaftlicher Bedeutung und wurde deshalb verstärkt gefördert.
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Pinolith wurde dabei nicht gezielt gewonnen, sondern fiel als besonders dekorative Ausbildung des Magnesitgesteins an. Sein markantes Muster aus weißen Magnesitkristallen in einer dunklen Matrix machte ihn zu einem begehrten Zier- und Schmuckstein. Mit der Schließung des Bergwerks wurde auch das Angebot an hochwertigem österreichischem Pinolith deutlich geringer, weshalb schöne Stücke heute vergleichsweise selten sind.
Nach Kriegsende wurde der Bergbau bis 1991 fortgesetzt. Nach Schätzungen wurden zwischen 1904 und 1991 rund 5,5 Millionen Tonnen Magnesitgestein aus der Lagerstätte gewonnen. Ein sehr kleiner Teil davon bestand aus dem dekorativen Pinolith.Der größte Teil dieses Materials wurde abgebaut, was die verbleibenden Stücke von Pinolith umso wertvoller macht. Seit 2013 haben neue Eigentümer den Betrieb der Mine wieder aufgenommen und die Gewinnung dieses schönen Gesteins wurde fortgesetzt.
Als relativ neuer Stein in der Edelsteintherapie sind noch keine umfassenden Erkenntnisse über den Pinolith bekannt. Diese lassen sich aber über seine mineralogische Zusammensetzung herleiten:
Magnesit stärkt die Themen Entspannung, Geduld und fördert das Hinhören. Er fördert eine positive Einstellung zu sich selbst, unterstützt aber auch die Hingabe an anstehende Aufgaben.
Dolomit fördert die Selbstverwirklichung. Er unterstützt dabei, Ziele einfach, fast spielerisch zu erreichen – unabhängig davon, ob diese allgemeiner oder persönlicher Natur sind. Eine zufriedene, optimistische Grundhaltung zum Leben wird durch den Dolomit gefördert.
In der Steinheilkunde wird Pinolith daher als Stein der Ruhe, Gelassenheit und inneren Balance geschätzt. Als Meditationsstein oder während bewussten Ruhephasen hilft er dabei, den Blick nach innen zu richten, Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen und neue Klarheit zu finden.
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Entstehung von Pinolith
Pinolith entsteht tief im Erdinneren durch Metamorphose, also die Umwandlung bereits vorhandener Gesteine unter hohem Druck und erhöhter Temperatur. Ausgangsmaterial sind magnesiumreiche Karbonatgesteine, die vor rund 500 Millionen Jahren in einem flachen Meer abgelagert wurden.
Während der Gebirgsbildung der Alpen wurden diese Sedimente über Millionen von Jahren verändert. Dabei kristallisierten große, weiße Magnesit-Kristalle in einer feinkörnigen Matrix aus Dolomit und Graphit. Die länglichen Magnesit-Kristalle wuchsen bevorzugt in einer Richtung und erhielten dadurch ihre charakteristische Form, die an Pinienkerne erinnert.
Der Graphit verleiht der Gesteinsmatrix ihre dunkelgraue bis schwarze Farbe und sorgt für den markanten Kontrast zu den hellen Magnesit-Kristallen. Da für seine Entstehung ganz bestimmte geologische Bedingungen erforderlich sind, kommt Pinolith weltweit nur an wenigen Fundorten vor.
