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Ammolith - Entstehung, Fundort und Verwendung

 

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Der bunt schillernde Ammolith weckt die Lust, Geheimnisse zu entdecken und auch einmal die Dinge hinter den Dingen genauer zu betrachten. Die Freude an den schönen Seiten des Lebens und an der Vielfalt der Dinge wird gestärkt. Ammolith stabilisiert Entwicklungen, die zu schnell und zu unruhig erfolgen und führt zu mehr Konstanz, ohne dass man jedoch unflexibel wird.

 

Mineralogischer Steckbrief Ammolith

Chemische Formel:CaCO3 + Ba,Fe,Mn,Pb,Sr,Zn (Aragonit aus dem Perlmutt der Ammonit-Schale)
Dazu kommen in variablen Anteilen Calcit, Quarzit, Pyrit und andere Mineralien vor. In der Schale der Ammoniten selbst finden sich eine Reihe von Spurenelementen (Aluminium, Barium, Chrom, Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Strontium, Titan und Vanadium).
 
Entstehung: Durch Versteinerung des Perlmutts aus den aragonithaltigen Gehäusen von prähistorischen Ammoniten. Zusammen mit Bernstein und Perlen zählt Ammolith zu den biogenen Schmucksteinen. Ammolith ist extrem selten, entsprechend teuer und kommt in viel geringeren Mengen vor als die meisten bekannten Edelsteine wie Turmaline, Berylle oder Quarze. In der Sammelsaison im Frühjahr und Sommer werden nur wenige Stücke komplett erhaltener Ammoniten mit guten Farben pro Monat gefunden. Hinzu kommen noch kleine Mengen an Fragmenten von Fossilien in Edelsteinqualität. 1981 begann zusammen mit einer Markteinführung des bis dahin recht unbekannten Steins die Gewinnung in einem größeren Tagebau durch die Bergbaugesellschaft Korite International. 
 
Farbe, Transparenz: In Regenbogenfarben schillernd, undurchsichtig. Der Edelstein besteht aus feinsten Aragonitplättchen, die durch Interferenz des Lichts die bunten Farben erzeugen. Guter Ammolith zeigt ein Farbspiel, das dem edelsten Opal in nichts nachsteht.
 
Kristallsystem: rhombisch
 
Mohshärte: 4,5 – 5,5
 
Spaltbarkeit: keine
 
Erscheinungsbild: schillernd bunte, stark opaleszierende Oberfläche
 
Fundstätten: Kanada (Alberta). Derzeit sind lediglich zwei kleine Abbauten aktiv, die Ammolith aus einer dünnen Schicht der Bearpaw Formation bergen. Die Fundorte liegen entlang des St. Mary Rivers in der Nähe von Lethbridge im Südwesten von Alberta. Die Exploration und der Handel mit Ammolith streng überwacht. Nur staatlich registriertes Material darf außer Landes gelangen.
 

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Ammolith - Namensherkunft und Synonyme

"Ammolith" ist die Handelsbezeichnung für die Edelsteinqualität einer bunt schillernden, fossilen Schale zweier Ammoniten: Placenticeras meeki und Placenticeras intercalare. Der Name Ammolith ist eine Zusammensetzung aus "Ammonit" und "lithos" (griechisch für Stein). Im deutschen Sprachraum finden sich zwei Schreibweisen "Ammolith" abgeleitet von "lithos" (Stein) und "Ammolit" als eingedeutschter Begriff der ursprünglichen englischen Bezeichnung Ammolit.

Auch unter den Handelsnamen Calcentin und Korit ist Ammolith zu finden. An seinem Fundort in Kanada wird der Ammolith in den Sprachen der dort lebenden Ureinwohner vom Stamm der Blackfoot „Aapoak“  (kleiner, kriechender Stein) genannt; diese Bezeichnung geht auf das bunte schillernde Farbspiel des Edelsteins zurück. Der Name „Iniskim“ (Büffelstein) bezieht sich auf den brauch, Ammolith-Stücke als Talisman bei der Büffeljagd zu tragen.

 

Entstehung von Ammolith

Die Entstehungsgeschichte des Ammoliths reicht ca. 70 - 75 Millionen Jahre zurück in die Kreidezeit, als die Rocky Mountains entstanden. Östlich davon befand sich ein riesiges Meer, der Western Interior Seaway, das das arktische Meer mit dem heutigen Golf von Mexiko verband. Dieses Meer wurde von vielen Lebewesen besiedelt, darunter Meeresschildkröten, Knochenfische und Ammoniten. Die Schalen der Ammoniten sanken nach deren Tod auf den Boden des Binnenmeeres ab und wurde dort wurden von Ton bedeckt. Durch den Druck der darüberliegenden Sedimente wurden die Ammonitenschalen zusammengedrückt und häufig auch zerbrochen; der Fund von als Ganzem erhaltenen Stücken ist sehr selten.
 
Dieser Vorgang hat an verschiedenen Gegenden der Welt stattgefunden, so z.B. in dem Gebiet des heutigen Marokkos und auf Madagaskar. Die Ammoniten dort versteinerten durch das Ersetzen von Aragonit durch Calcit; der leicht lösliche Aragonit wurde herausgelöst, die entstandenen Hohlräume wurden mit anderen Mineralien (meist Calcit) verfüllt oder blieben in ihrer Struktur erhalten. Auch durch hohe Temperaturen über 400° C wurde der Aragonit in Calcit umgewandelt. 
 
Im Osten der Rocky Mountains, dem Fundgebiet der Ammolithe, herrschten allerdings weltweit einzigartige Bedingungen: Durch die Vulkanausbrüche der sich bildenden Rocky Mountains wurden die Ammoniten nicht mit Ton, sondern mit sehr luftundurchlässiger Vulkanasche bedeckt. Zusätzlich wurden die ammonithaltigen Schichten nicht von darüber liegenden Sedimenten in tiefere, heißere Bereiche gedrückt, so dass es zu keiner wärmebedingten Umwandlung von Aragonit in Calcit kam. So sind die kanadischen Ammolithe einige der wenigen Fossilien, die Aragonit enthalten. 

 

Opaleszenz

Das faszinierende Farbenspiel entsteht nicht durch die Eigenfarbe des Materials oder die Brechung des Lichts, sondern durch Interferenz, also der Überlagerung von Lichtwellen. Anhängig von der Dicke der Schicht schimmert der Ammolith rot oder grün; bei dünneren Schichten tritt ein blaues oder gelbes Farbspiel auf. 
 
Die Dicke der Ammolithschicht liegt bei etwa 0,5 bis 0,8mm; die darunterliegende Matrix besteht meist aus Kalkmergel oder Kalkstein. Die rissige Textur der Ammolithschicht entstand durch den Druck der darüberliegenden Schichten; diese sieht aus wie die Haut eines Drachens oder eine Echse, gelegentlich erinnert das Muster auch an Kirchenfenster. 
 

Verwendung von Ammolith

Die ersten Nutzer des Ammoliths waren die Menschen der Blackfoot First Nation (kanadische Ureinwohner). Sie kennen den Ammolith seit Jahrhunderten unter dem Begriff Iniskim („Büffelstein“). Der Legende nach sollen Ammolithe als Talismane bei der Jagd getragen worden sein. 
In den 1960iger Jahren begann die Geschichte des Ammoliths als international beliebter Schmuckstein. 1981 nahm die CIBJO (Confédération International de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants, Perles et Pierres) den Ammolith in die Liste der anerkannten Edelsteine auf. 2004 wurde der Ammolith zum offiziellen Edelstein der Provinz Alberta und zu einem „National Treasure“. 
 
Ammolith wird als der seltenste organische Schmuckstein angesehen. Da er weich und empfindlich ist, benötigt er eine spezielle Verarbeitung, die nur wenigen Experten genau bekannt ist. Diese Verarbeitung macht den Stein widerstandsfähiger und farbkräftiger. Außer dem Schneiden in die gewünschten Formen muss der Stein vorsichtig poliert werden, da eine raue Oberfläche das Licht zu sehr streut und daher nur mattere Farben zeigt. Ein Überzug mit einem Harz sorgt für eine Stabilisierung der dünnen Blättchen, in denen Ammolith vorliegt.

Anwendungen von Ammolith in der Steinheilkunde

In der modernen Steinheilkunde steht der Ammolith für Einklang, Würde und Pracht. Er fördert das Schönheitsempfinden, die Anziehungskraft und den verführerischen Anreiz. Ammolith weckt das Interesse an Geheimnissen und löst mentale Fixierungen auf.

Da der Ammolith als Therapiestein erst vor kurzer Zeit entdeckt wurde, ist die Forschung der Steinheilkunde noch im Gange und es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren noch weitere interessante Eigenschaften entdeckt werden.
 
Eine astrologische Zuordnung des Ammolith wurde noch nicht vorgenommen.
 

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Besuch vor Ort am Fundort der Ammolithe in Kanada - Oktober 2021

Durch die zahlreichen Kontakte aus über 40 Jahren Firmengeschichte des Großhandels Marco Schreier Mineralienhandlung war es Firmengründer und Inhaber Marco Schreier möglich, im Herbst 2021 das Fundgebiet der Ammolithen in Alberta / Kanada zu besuchen. Wirklich erstaunlich, wie versteckt und unscheinbar dieser faszinierende Edelstein zunächst ist, bis sachverständige Augen und kundige Hände das Material in seiner ganzen Schönheit ans Tageslicht bringen!

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