
Aragonit - Bedeutung, Wirkung und Anwendung
Aragonit ist ein Mineral aus der Gruppe der Carbonate mit der chemischen Formel CaCO₃ (Calciumcarbonat). Es kommt in zahlreichen Farben und Kristallformen vor und ist auch ein wichtiger Bestandteil von Perlmutt und Perlen.
In der Steinheilkunde nach Michael Gienger steht Aragonit vor allem für Stabilität, Konzentration und inneres Gleichgewicht. Er wird mit der Fähigkeit verbunden, auch bei vielfältigen Anforderungen den Überblick zu bewahren, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Vorhaben konsequent umzusetzen.
Mineralogischer Steckbrief Aragonit
| Chemische Formel | CaCO₃ plus Ba, Fe, Mn, Pb, Sr, Zn |
|---|---|
| Mineralklasse | Carbonate |
| Kristallsystem | Rhombisch |
| Mohshärte | 3,5 – 4 |
| Glanz | Glasglanz, Fettglanz auf Spalt- und Bruchfläche |
| Transparenz | Durchsichtig bis undurchsichtig |
| Farbe | Farblos, weiß, durch Fremdbeimengungen rosa, gelb, grün, braun, blau, grau |
| Spaltbarkeit, Bruch | unvollkommen, muscheliger, spröder Bruch |
| Erscheinungsbild: | Prismatische Kristalle, kugelige oder eiförmige Mineral-Aggregate, säulig und dendritisch, parallelfaserig, radialstrahlig, nadelig. |
| Fundorte und Hauptlieferländer | Deutschland (Sasbach/Kaiserstuhl), Griechenland, Großbritannien, Italien, Marokko, Mexiko, Namibia, Österreich, Pakistan, Polen, Spanien, Slowakei, Tschechien, Türkei, USA |
| Entstehung | primär bei hohem Druck aus kalkhaltigen Lösungen magmatischen Ursprungs auf Klüften und Hohlräumen im Basalt und ähnlichen vulkanischen Gesteinen. Sekundär aus kalkhaltigem Wasser durch sehr schnelle Kristallisation oder an warmen Quellen mit Temperaturen über 29° C. |
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Name, Synonyme und Varietäten von Aragonit
Woher kommt der Name Aragonit?
Der Name Aragonit wurde 1788 von dem deutschen Mineralogen Abraham Gottlob Werner geprägt. Benannt wurde das Mineral nach einem Fundort am Río Aragón in Spanien. Zuvor waren für Aragonit unter anderem die Bezeichnungen aragonischer Kalkspat und Aragonspat gebräuchlich.
Welche Synonyme gibt es für Aragonit?
Im Mineralien- und Edelsteinhandel sind gelegentlich ältere oder alternative Bezeichnungen für Aragonit zu finden. Dazu gehören:
Aphrit, Aragonspat, Atlasspat, Conchit, Faseraragon, Oserskit, Pelagosit, Perlspat, Rindenstein und Stängelkalk.
Brauner Aragonit mit cremefarbenen Calcit-Bändern wird als Kastanienaragonit bezeichnet.
Welche Varietäten von Aragonit gibt es?
Aragonit kann in unterschiedlichen Farben und Ausbildungsformen auftreten. Zu den bekannten Aragonit-Varietäten und Erscheinungsformen gehören:
- Eisenblüte: weiß bis gräulich und häufig in auffälligen, korallenartig verzweigten Formen ausgebildet.
- Erbsenstein (Pisolith): weiß bis gräulich; charakteristisch sind kugelige Strukturen mit radialstrahligem Aufbau und konzentrischen Schalen.
- Sprudelstein: weißlich bis gräulich, gelblich oder rötlich gefärbt und typischerweise als wellenförmiger Kalksinter ausgebildet.
Die unterschiedlichen Farben und Formen zeigen, wie vielfältig Aragonit in der Natur auftreten kann.

Eichenberger Kugeln – besonderer Aragonit aus Österreich
Die sogenannten Eichenberger Kugeln sind rundliche Aragonitknollen aus Österreich. Sie werden in der Nähe des Pfänders, des Bregenzer Hausbergs in Vorarlberg, in den voralpinen Molasse-Sedimenten gefunden. Dabei handelt es sich um Ablagerungsgesteine, die sich am Rand der sich bildenden Alpen angesammelt haben.
Von außen wirken Eichenberger Kugeln meist eher unscheinbar. Ihre besondere Schönheit zeigt sich erst, wenn die Aragonitknollen aufgesägt und poliert werden: Im Inneren kommen individuelle Strukturen, Schichten und Maserungen zum Vorschein. Jede Eichenberger Kugel besitzt dadurch ein einzigartiges Erscheinungsbild.
Wie entstehen Eichenberger Kugeln?
Die Entstehung der Eichenberger Kugeln begann im Miozän, einer erdgeschichtlichen Epoche vor mehreren Millionen Jahren. Ausgangspunkt war ein kleiner Kristallisationskern, beispielsweise das Bruchstück einer Schnecke.
Um diesen Kern lagerten Blaualgen (Cyanobakterien) nach und nach Aragonit ab. Millimeter für Millimeter entstanden auf diese Weise neue Schichten, bis der vorhandene Hohlraum schließlich ausgefüllt war.
Aufgrund dieser schichtweisen Entstehung um einen Kern werden Eichenberger Kugeln den Onkoiden zugeordnet. Onkoide sind rundliche, konzentrisch aufgebaute Sedimentkörper, die durch die Tätigkeit von Mikroorganismen entstehen können.
Die Aragonitknollen aus Eichenberg können einen Durchmesser von bis zu etwa 8 cm erreichen. Ihr hohes geologisches Alter, ihre besondere Entstehung und die erst nach dem Aufschneiden sichtbare Maserung machen Eichenberger Kugeln zu einer außergewöhnlichen Erscheinungsform des Aragonits.
Aragonit-Sputniks aus Marokko
Aragonit-Sputniks sind außergewöhnliche, rundliche Kristallaggregate aus Marokko. Mit ihren strahlenförmig angeordneten Kristallen erinnern sie an kleine Satelliten oder Kristall-Igel – daher die Bezeichnung „Sputnik“.
Die charakteristischen Aragonite werden im Mittleren Atlas in Marokko gefunden. Typisch ist ihre rotbraune Farbe, die durch Eisenoxide hervorgerufen wird. Besonders faszinierend sind die bizarren, natürlich entstandenen Kristallformen.
Wie entstehen Aragonit-Sputniks?
Die sogenannten Kristall-Igel bestehen aus mehreren miteinander verwachsenen Drillings-Aggregaten. Als Drilling bezeichnet man in der Mineralogie eine gesetzmäßige Verwachsung von drei Kristallen. Durch die Kombination mehrerer solcher Aggregate entsteht die charakteristische, strahlenförmige Form der Aragonit-Sputniks.
Wo werden Aragonit-Sputniks gefunden?
Eine Besonderheit ist auch die Art ihrer Gewinnung: Die Aragonite müssen nicht aufwendig aus massivem Gestein herausgeschlagen werden. Sie befinden sich in Tonschichten am Grund von Wadis. Wadis sind Flusstäler oder Flussbetten, die zeitweise oder nach starken Regenfällen Wasser führen.
Durch den Regen wird der Ton nach und nach abgetragen und die darin enthaltenen Aragonit-Kristallaggregate werden auf natürliche Weise freigelegt bzw. herausgewaschen. Anschließend können die Aragonit-Sputniks aufgesammelt werden.
Ihre ungewöhnliche Kristallform, die rotbraune Färbung und die besondere Entstehungs- und Fundgeschichte machen Aragonit-Sputniks aus Marokko zu beliebten Sammlerstücken in der Welt der Mineralien.
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Calcit und Aragonit – Unterschiede und Anwendung in der Steinheilkunde
Calcit und Aragonit besitzen die gleiche chemische Zusammensetzung (CaCO₃) und bestehen damit beide aus Calciumcarbonat. Mineralogisch handelt es sich dennoch um zwei unterschiedliche Minerale. Der entscheidende Unterschied liegt in ihrer Kristallstruktur: Calcit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, Aragonit dagegen im rhombischen Kristallsystem.
Was ist der Unterschied zwischen Calcit und Aragonit?
Obwohl Calcit und Aragonit chemisch identisch sind, sind ihre Atome unterschiedlich angeordnet. Solche Minerale mit gleicher chemischer Zusammensetzung, aber unterschiedlicher Kristallstruktur werden als polymorphe Minerale bezeichnet.
Welche äußeren Bedingungen dazu führen, dass sich Calcit oder Aragonit bildet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nach gängigen wissenschaftlichen Modellen können unter anderem Druck, Temperatur, die Konzentration der Lösung sowie Magnesium und Strontium eine Rolle spielen.
Calcit und Aragonit gemeinsam in einem Gestein
In einigen Materialien kommen Calcit und Aragonit gemeinsam vor. Bekannte Beispiele aus dem Edelstein- und Mineralienhandel sind:
- Onyxmarmor: Mineralogisch handelt es sich um ein Gestein aus Calcit und/oder Aragonit. Die unterschiedlichen Schichten und Strukturen sorgen für die charakteristische Zeichnung.
- Karibikcalcit: Ein blaugrünes Material aus Calcit mit Einschlüssen und Bereichen von Aragonit. Die Kombination beider Minerale erzeugt attraktive Farben und Strukturen.
Calcit und Aragonit in der Steinheilkunde
Auch in der Steinheilkunde werden Calcit und Aragonit trotz ihrer identischen chemischen Zusammensetzung unterschiedlich betrachtet. Dabei wird neben der Zusammensetzung auch die jeweilige Kristallstruktur in die steinheilkundliche Zuordnung einbezogen.
Das gemeinsame Auftreten von Calcit und Aragonit – beispielsweise in Onyxmarmor oder Karibikcalcit – wird daher in der Steinheilkunde als interessante Verbindung der Eigenschaften beider Minerale betrachtet.

Aragonit und Calcit in der Steinheilkunde nach Michael Gienger
Der Mineraloge und Steinheilkundler Michael Gienger ordnet Aragonit und Calcit in seinem Klassiker Die Steinheilkunde ähnliche, aber unterschiedlich gewichtete Themen zu.
Welche Bedeutung hat Aragonit in der Steinheilkunde?
Aragonit steht nach Michael Gienger für:
- Entwicklungen stabilisieren
- Beruhigung
- Flexibilität und Toleranz
- bei der Sache bleiben
- Gleichgewicht
- Vorhaben umsetzen
Der Schwerpunkt des Aragonits liegt damit auf Stabilisierung und Ausgleich. In der Steinheilkunde wird er besonders mit Situationen verbunden, in denen nach Störungen wieder Stabilität entstehen soll oder eine zu starke Anpassung an äußere Umstände ausgeglichen werden soll.
Welche Bedeutung hat Calcit in der Steinheilkunde?
Calcit wird nach Michael Gienger folgenden Themen zugeordnet:
- Trägheit überwinden
- Ideen in die Tat umsetzen
- Entwicklungen beschleunigen
- Stabilität
- Selbstvertrauen
- Standhaftigkeit
Calcit steht damit stärker für Aktivität und Veränderung. Sein Schwerpunkt liegt auf Beständigkeit und Pragmatismus sowie darauf, notwendige Veränderungen anzustoßen und Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Aragonit oder Calcit – die unterschiedliche Wirkungsrichtung
Die steinheilkundliche Wirkungsrichtung von Aragonit und Calcit ist grundsätzlich ähnlich. Die unterschiedliche Kristallstruktur – Calcit kristallisiert trigonal, Aragonit rhombisch – führt nach den Ansätzen der Steinheilkunde jedoch zu unterschiedlichen Schwerpunkten:
Calcit wird mit dem Anstoßen und Beschleunigen notwendiger Entwicklungen verbunden. Aragonit steht dagegen stärker für das Stabilisieren, Ausgleichen und Festigen von Entwicklungen.
Kastanien-Aragonit in der Steinheilkunde
Die braune Varietät des Aragonits, der Kastanien-Aragonit, wird in der Steinheilkunde eingesetzt, wenn konstante Entwicklungen unterstützt werden sollen. Nach Michael Gienger stärkt er bei Überforderung und Belastung und unterstützt dabei, Situationen und Angelegenheiten richtig einzuschätzen und anschließend umzusetzen.
Die amerikanische Autorin Melody ordnet Aragonit astrologisch dem Sternzeichen Steinbock zu.
