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Stein des Monats Februar 2022: Tigerauge

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Die Natur ruht und schöpft Kraft für Aufbruch und Erneuerung. Der schwungvolle Start ins neue Jahr mit seinen guten Vorsätzen liegt schon einige Wochen zurück – vielleicht sind wir schon auf das eine oder andere Hindernis und Problem gestoßen. Nicht alles läuft so glatt, wie wir es Silvester gewünscht und geplant haben, aber dennoch können wir optimistisch in die Zukunft schauen.

In dieser Zeit des Jahres kann das goldene Tigerauge uns dabei helfen, Licht ins Dunkle zu bringen. Mit der nötigen Distanz zu den lebhaften Zeiten können wir uns in dieser Phase der Analyse komplexer Systeme und komplizierter Situationen widmen. Der Stein schärft die Sinne, erleichtert den Durchblick und unterstützt dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen. In einer Gegenwart voller Herausforderungen vermittelt das schillernde Tigerauge Zuversicht und die Hoffnung auf eine Zukunft, in der alles leichter wird.

Mineralogischer Steckbrief

Chemische Formel: SiO2 + FeOOH + (Al,Mg,Na), Mineral der Quarzgruppe aus der Mineralklasse der Oxide

Entstehung: Sekundär-hydrothermal als verkieselte Gangfüllungen metamorpher Krokydolithe. Zunächst entsteht das dem Tigerauge nahe verwandte Falkenauge, welches  sich später durch Oxidation in Tigerauge umwandelt

Farbe: goldgelb bis goldbraun, mit durch faserige Einlagerungen entstehenden Lichtreflexionen, die an Tigeraugen erinnern. Weiteres siehe "Behandeltes Tigerauge"

Transparenz, Glanz: undurchsichtig, Seidenglanz

Kristallsystem: trigonal

Mohshärte: 7

Spaltbarkeit, Bruch: keine; faserig

Erscheinungsbild: Tigerauge bildet keine Kristalle, sondern findet sich als derbe Quarzader mit faserigem Aufbau im Gestein.

Fundstätten: Die bedeutendsten Tigerauge-Vorkommen liegen in Südafrika und Nordwest-Australien. Die im Handel befindlichen Artikel aus Tigerauge stammen aus Südafrika. Das dortige Vorkommen ist zwar flächenmäßig sehr groß; die gefundenen Mengen an Rohsteinen sind aber begrenzt, da Tigerauge nur in dünnen, wenige Zentimeter starke Schichten vorkommt. Geringe Vorkommen von Tigerauge sind auch aus England, Montana (USA) und dem Osten von Australien bekannt. Ein vermutetes Vorkommen liegt im San Carlos Reservat (Gila County, Arizona, USA).


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Name und Synonyme

Das Mineral Tigerauge hat seinen Namen aufgrund der faserigen Struktur erhalten, die - richtig geschliffen - einen Lichtschimmer hat, der an das Auge eines Tigers erinnert. Der Name "Tigerauge " kam in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf, um das Tigerauge vom Falkenauge abzugrenzen. Beide Schmucksteine werden auch als irreführend als Katzenaugen-Quarz oder Quarzkatzenauge sowie als Pseudo-Krokydolith oder Schillerquarz bezeichnet. Weitere, heute selten verwendete Synonyme sind Wolfsauge und Tigerit. Wenn das Tigerauge durch einen hohen Quarzanteil geprägt ist und dadurch heller erscheint, wird das Mineral auch Goldquarz genannt.


Geschichtliches

Die Verwendung von Tigerauge als Amulett geht bis in das Mittelalter zurück. Es wurde gegen Hexen und Dämonen getragen und sollte vor dem bösen Blick schützen. Durch die Assoziation zum Auge eines Tigers wurde der Stein als Glücksstein für Sehkraft betrachtet. Nach der mineralogischen Einordnung von Tigerauge im Jahr 1883, wurde der Stein zunächst ausschließlich in Idar-Oberstein geschliffen.


Behandeltes Tigerauge

Sehr beliebt ist das Brennen von Tigerauge, d.h. das Erhitzen von Donuts, Kettensträngen oder Trommelsteinen. Dieses ist bei relativ niedrigen Temperaturen auch in herkömmlichen Backöfen möglich. Durch Brennen erhält Tigerauge eine kräftige kupferrote Farbe, die durch anschließendes Abkühlen in Spiritus bis in violette Farbschattierungen hineinspielen kann. Rotes Tigerauge ist in der Natur nicht zu finden und daher immer gebrannt. Wenn Tigerauge in Säure gekocht wird, werden die Steine grau; diese werden dann fälschlicherweise als Quarz-Katzenauge verkauft. Da aber mittlerweile beide Rohsteine gleich teuer sind, wird dieses aufwändige Verfahren heute nicht mehr angewendet.



Katzenauge und Tigerauge – Chatoyance!

Mit dem Zusatz „Katzenauge“ werden in der Mineralogie und Gemmologie Edelsteine bezeichnet, die ein flächenhaftes, schillerndes Lichtspiel haben. Es handelt sich also nicht um ein bestimmtes Mineral, sondern um einen Effekt, der bei verschiedenen Schmucksteinen auftreten kann. Um diesen Effekt möglichst gut zu zeigen, werden die entsprechenden Steine gerne als Cabochon oder Kugel geschliffen. Dann zeigt sich ein heller Lichtstreifen, der bei Bewegung senkrecht zu den Fasern des Edelsteins erscheint. Man nennt diesen Effekt Katzenaugen-Effekt oder Chatoyance.

Die Herkunft des Begriffes „Chatoyance“ ist nicht endgültig geklärt – möglicherweise leitet sich das Wort vom französischen „chat“ (Katze) ab, da der helle Lichtstreifen auf dem geschliffenen Stein an die Schlitzaugen von Katzen erinnert. Ein anderer Ansatz geht vom Wortursprung „chatoyer“ aus, das französische Wort für schimmern.

Das optische Phänomen des Katzenauge-Effekts entsteht durch zahlreiche feine parallel liegende Fasern (z.B. Rutilfasern im Chrysoberyll) oder Kanäle im Edelstein aus, die das einfallende Licht senkrecht zu ihrer Achse reflektieren. Im Einzel- und Großhandel wird mit „Katzenauge“ meist Chrysoberyll bezeichnet. Möglich ist dieser Effekt aber neben Tigerauge und Falkenauge auch bei vielen anderen Steinen, z.B. Apatit, Chromdiopsid, Rubin (Sternrubin), Saphir (Sternsaphir) und Turmalin. Als Katzenaugen-Quarz bezeichnet man in der Mineralogie einen weißen Quarz der durch eingewachsenen, parallel angeordneten Amiant (Hornblende-Asbest) einen Katzenaugen-Effekt zeigt. Fremdstoffe färben den Quarz dann gelb, braun oder grau. 

Anwendungen in der Steinheilkunde und Edelstein-Wellness

In der modernen Steinheilkunde wird Tigerauge bei Entscheidungsschwierigkeiten eingesetzt. In unklaren Situationen soll es helfen, den Durchblick zu finden, indem es Distanz zu Geschehenen schafft. Es stärkt Durchhaltevermögen und Standfestigkeit in schwierigen Lebensphasen. Tigerauge muntert auf bei Mutlosigkeit und bedrückter Stimmung und unterstützt das Vertrauen, dass sich die Dinge zum Guten wenden. Michael Gienger beschreibt den Stein treffend: „So wie ein Tiger im Dunkeln sieht, hilft auch das Tigerauge, immer das nächstliegende zu tun und im Vertrauen auf einen guten Ausgang ein Problem nach dem anderen zu lösen“.

Bei Edelsteinmassagen wird Tigerauge eher selten verwendet. Eine mögliche Anwendung ist eine Behandlung, die zur Ruhe kommen lässt, wenn es drunter und drüber geht und Vielerlei gleichzeitig passiert. Tigerauge verschafft dann die notwendige Distanz zu den von außen einstürmenden Eindrücken und Energien und unterstützt so dabei, den Durchblick (wieder) zu gewinnen, den Mut nicht zu verlieren und ganz im eigenen Selbst zu sein. Bei der Massage hat sich die Kombination mit dem Edelstein-Öl "Anti Stress" aus dem Edelstein Balance-Konzept von Monika Grundmann bewährt. Das Tigerauge verschafft hierbei die nötige Auszeit, um wieder den Durchblick zu bekommen. Mit Aventurin, Rauchquarz und Magnesit kann dann entspannt und ruhig an einfachen Lösungen gearbeitet werden.


Tigerauge sollte als Therapiestein nicht länger als eine Woche ununterbrochen getragen werden, da es den Energiefluss hemmt. Für Meditationen in einem Steinkreis ist Tigerauge zeitlich unbegrenzt anwendbar.

Chakren und Astrologie

Tigerauge wird dem ersten, dem Wurzelchakra und dem dritten, dem Solarplexuschakra zugeordnet. Astrologisch passt Tigerauge am besten zu den Zeichen Löwe, Zwillinge und Jungfrau.

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